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Vom Burnout zur Weltreise mit Kind - Nathalie erzählt wie sie unterwegs ihr Glück fand

Im Doppelpack um die Welt. Singlemama Nathalie von mom and A half man und ihr fünfjähriger Sohn sind seit einiger Zeit auf open end Weltreise. In diesem Interview gibt sie uns viele interessante und sehr persönliche Einblicke in ihr neues Leben und erzählt von Rückschlägen, Mut, Veränderung und wie sie unterwegs ihr Glück fand.

Wir kennen die sympathische, alleinerziehende Mama schon sehr lange. Umso schöner ist es, dass wir Nathalie seither auf ihrer Reise um die Welt begleiten dürfen. Heute erzählt sie uns von ihrer innigen Liebe zum Reisen, ihrem mutigen Entschluss einfach loszuziehen und den Hintergründen ihrer Entscheidung. In diesem ersten Teil des Interviews dreht sich alles rund um Burnout, gesundheitliche Probleme, Kindererziehung und wunderbaren Neuanfängen.

1. Liebe Nathalie, du bist vor 5 Jahren Mama geworden und ziehst deinen Sohn Marvel alleine groß, momentan lebt ihr sogar gemeinsam in Thailand. Wir selbst kennen uns jetzt schon einige Jahre - magst du dich den Lesern noch einmal selbst vorstellen?

Liebend gerne, ich bin Nathalie und bezeichne mich selbst als Teilzeithippie. Ich bin mit meinem Sohn Marvel immer viel gereist - immer wir beide, immer Low Budget. Nach 19 Ländern beschloss ich, nun den finalen Schritt zu gehen und dem Ruf meines Herzens zu folgen. Mit einem Rucksack und einer Reisetasche sind wir dann One Way nach Thailand und haben diesen Schritt niemals bereut. Über unsere Abenteuer und meine Gedanken spreche ich bei Instagram @mom_and_a_half_man .

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2.  Auf deinem Instagram Kanal sprichst du ganz offen über deine Erfahrungen mit Stress, deinen Burnout, Panikattacken und die absolute Überforderung. Instagram wird oft nur dazu genutzt, die Sonnenseiten zu zeigen. Wie kamst du auf die schöne Idee, dort ganz offen und ehrlich Tabuthemen anzusprechen? Und welche Erfahrungen hast du mit dieser Herangehensweise gesammelt?

Ausschließlich positive Erfahrungen. Wenn eine Person - in diesem Fall ich - anfängt, über ein Thema zu sprechen, es aus der dunklen Ecke der Tabus herausholt, kommt ein Stein ins Rollen. Immer mehr Menschen haben begonnen, über ihre eigene Überforderung zu sprechen, mehr als die Hälfte klagte über starke Erschöpfungszustände. Gerade die Alleinerziehenden trifft das oft hart. Und letztendlich sitzen wir doch alle in einem Boot. Ich bin der Meinung, dass man noch nie Probleme lösen konnte, wenn man sie für sich behält.

Mein Leben ist schön, mit ganz vielen Sonnenseiten. Jetzt sogar noch ein bisschen schöner, weil ich den Mut hatte, meinen Traum wahr zu machen und meine Erfahrungen mit anderen teile.

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3. Im Dezember des letzten Jahres hast du dich dazu entschlossen, alles stehen und liegen zu lassen und mit deinem Sohn nach Thailand zu reisen. One way. Erzähl uns wie du zu dem mutigen Entschluss kamst und was diese Entscheidung für dich bedeutet hat?

Wir wurden in Deutschland zusehends unglücklicher. Eltern haben keine Lobby, Alleinerziehende noch viel weniger. Außerdem hat mich dieser permanente Leistungsdruck fertig gemacht. Bereits in der Kita, in frühesten Jahren beginnen die Vergleiche. Der kann das besser, die kann jenes besser. Marvel war immer wilder als die anderen, das brachte ihm allerlei Labels ein und ich musste ihn permanent vor heftigen Reaktionen schützen.

Außerdem war die finanzielle Situation für mich kaum zu ertragen. 30 Stunden die Woche habe ich gearbeitet, null Zeit für mich selbst gehabt und das Geld war immer noch knapp ab Monatsmitte. Aus Work-Life-Balance wurde Work-Survive-Battle.

Ich beschloss, dem Ruf meines Herzens zu folgen, buchte und startete parallel mit der Kundenakquise. Mein Traum war es immer, vom Schreiben zu leben. Diesen Traum lebe ich nun als selbständige Texterin und Content Creator.

4.  Genau zu dieser Zeit brach das Coronavirus in Asien aus und die Umstände verschärften sich nach und nach. Wie hastdu diese Situation empfunden und wie hat sie deine Pläne beeinflusst?

Ich bekam diese Frage unheimlich oft gestellt. Ich hatte einen unfassbar starken Fluchtinstinkt aus Deutschland weg zu müssen. Ich wusste, dass alles gut gehen würde und vertraute auf mein Gefühl. Dieses Gefühl hat mich nicht getäuscht. Anfangs hat mich in Thailand auch die Angst gepackt. Doch das legte sich nach zwei Wochen. In Thailand ist die Corona-Situation seit Längerem unter Kontrolle. Seit Wochen sind die Zahlen der Neu-Infizierten im einstelligen Bereich. Bereits sehr früh wurden hier strikte Maßnahmen getroffen, während in Deutschland sehr lange diskutiert und, in meinen Augen, wichtige Zeit verschenkt wurde.

Dies sorgt dafür, dass wir uns hier nun sehr frei bewegen können und nun bald die letzten Maßnahmen gelockert werden.

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5. Nun seid ihr seit einigen Monaten in Thailand und habt Vieles erlebt - von wunderschönen Sandstränden und unvergesslichen Erfahrungen bis hin zu bösen Überraschungen. Was waren deine bislang schönsten und schlechtesten Erfahrungen?

Die schönste Erfahrung ist, dass ich jeden Tag aufs Neue sehe, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe. Wir sind frei. Wir leben, wie wir es wollen. Marvel wird zusehends glücklicher und wird akzeptiert, so wie er ist. Hier freuen sich die Menschen über ein aufgewecktes Kind, während er in Deutschland als Störenfried galt. Es ist eben alles immer eine Sache der eigenen Fehlerbrille und die ist in Deutschland leider nicht rosarot.

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Wir beide sind Crashkids und blieben leider von kleineren und größeren Blessuren nicht verschont. Bereits zu Beginn hatte ich eine schmerzhafte Nierenbecken-Entzündung, kurz danach bin ich in eine Koralle getreten, die herausgeschnitten werden musste. Und dann kam der große Knall…

6. Marvel und dann auch du sind zu einem Zeitpunkt an der Dengue-Krankheit erkrankt, was ein großer Schock war. Wie bist du mit dieser Situation umgegangen und hast du überlegt wieder nach Deutschland zurückzukehren? Wie hat sich die Situation danach entwickelt?

Das war zweifellos die schlimmste Erfahrung meines Lebens. Marvel bekam schlagartig sehr hohes Fieber, sein Zustand verschlechterte sich immer mehr, bis er nicht mehr ansprechbar war. Wir kamen in ein Local-Krankenhaus mit leider sehr schlechter medizinischer Versorgung. In dieser Nacht habe ich mich von meinem Kind verabschiedet. Mir war klar, dass er das nicht überleben würde - seine Temperatur stieg auf 41,6 °C und sie hatten keine Medizin für ihn vorrätig.

Er kämpfte sich zurück ins Leben und am nächsten Tag kamen wir in eine internationale Klinik. Er war noch am selben Tag außer Lebensgefahr, mein Zustand verschlechterte sich. Nun bekam auch ich Dengue diagnostiziert.

In dieser Klinik wurden wir sehr gut versorgt, trotz meines sehr schweren Verlaufes und den unvorstellbaren Schmerzen, bin ich gestärkt aus dieser Situation heraus gegangen. Da ich aufgrund der Erkrankung natürlich einen heftigen Verdienstausfall hatte, war ich sehr besorgt. Die wundervolle Katja Hentschel hat das mitbekommen und einen Crowdfunder für mich erstellt und innerhalb kürzester Zeit schwappte eine Welle der Nächstenliebe über mich. Über einhundert Menschen haben gespendet und mir so ermöglicht, einen Monat lang ohne finanzielle Angst wieder zu Kräften zu kommen. Ich habe beim Gedanken daran immer noch Tränen in den Augen. Meine Dankbarkeit lässt sich kaum in Worte packen.

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Wie die beiden ihre Reise im Anschluss fortsetzten, was ihnen noch geschah und welche Auswirkungen die plötzliche Freiheit auf sie hatte, erfahrt ihr im zweiten Teil dieses spannenden Interviews! Stay tuned <3

 


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